Öffentlich zugängliche Daten sind ein Geschenk für Betrüger
Persönliche Informationen, die frei im Netz verfügbar sind, wirken wie ein Magnet auf Kriminelle – sie nutzen sie für gezielte Anrufe oder sogar für Identitätsdiebstahl. Sensible Daten zu löschen geht auf den wichtigsten Suchportalen überraschend schnell und erfordert kaum mehr als eine Viertelstunde sowie die eigene digitale Identität. Dennoch lauern dabei versteckte Fallstricke, die dafür sorgen können, dass deine Daten früher oder später wieder auftauchen.
Die eigene digitale Sichtbarkeit zu reduzieren wird zunehmend schwieriger. Zahlreiche spezialisierte Datenbanken und Personensuchmaschinen beziehen ihre Einträge direkt aus öffentlichen Registern. Durch besondere redaktionelle Ausnahmeregelungen unterliegen sie nicht vollständig den Vorgaben der europäischen DSGVO. Diese Plattformbetreiber sind gesetzlich also nicht zwingend dazu verpflichtet, deine Daten dauerhaft zu entfernen.
Die meisten dieser Dienste haben daher eigene Kompromisslösungen entwickelt, mit denen du dein öffentliches Profil unsichtbar schalten kannst. Der gesamte Vorgang ist erstaunlich unkompliziert – auf den größeren Portalen ist lediglich eine kurze Identitätsprüfung über das Bank- oder staatliche digitale Konto erforderlich.
Das grundlegende Problem bleibt jedoch bestehen: Diese Unsichtbarkeit ist nicht von Dauer. Einige bekannte Online-Verzeichnisse sperren Informationen nur für 12 Monate, andere garantieren die Unsichtbarkeit für drei Jahre. Sobald diese Frist abläuft und die Plattformen ihre Daten aus staatlichen und steuerlichen Ämtern neu einlesen, tauchen deine sensiblen Angaben mit hoher Wahrscheinlichkeit wieder auf.
Der erste Schritt zu einem wirksameren Identitätsschutz
Persönliche Daten ungeschützt im Internet zu lassen, gefährdet nicht nur die Privatsphäre, sondern stellt auch ein unmittelbares Sicherheitsrisiko dar. Das gängige Argument, man habe schließlich nichts zu verbergen, ist eine gefährlich kurzsichtige Einstellung. Digitale Spuren können letztlich auch für nahestehende Menschen ernsthafte Probleme verursachen, wenn sie in die falschen Hände geraten.
Die absolute Grundlage zum Schutz vor Betrug ist daher, unbefugte Adressänderungen bei den zuständigen Behörden zu blockieren. Den Dienst zu aktivieren, der jede Wohnsitzänderung an eine strenge elektronische Überprüfung knüpft, ist völlig kostenlos. So verhinderst du wirksam, dass jemand ohne dein Wissen deine Adresse manipulieren kann.
Suchergebnisse und Anwendungen von persönlichen Daten befreien
Deine digitalen Spuren beschränken sich selbstverständlich nicht auf lokale Websites, sondern reichen bis in globale Plattformen hinein. Dank europäischer Datenschutzgesetze kannst du direkt bei Google die Entfernung von Suchergebnissen beantragen, die deine persönlichen Daten enthalten. Dafür gibt es ein eigens eingerichtetes Formular auf der Seite der Suchmaschine, dem ein Ausweisdokument beigefügt werden muss.
Besondere Aufmerksamkeit verdienen auch Kommunikationsplattformen wie WhatsApp, das deine Telefonnummer automatisch für jeden sichtbar macht, der sie in seinem Gerät gespeichert hat. Um deine Daten vollständig aus deren Datenbanken entfernen zu lassen, musst du den Support des jeweiligen Dienstes direkt kontaktieren.
Wer den eigenen Datenschutz noch gründlicher angehen möchte: Datenschutzbehörden stellen häufig fertige Musteranträge zur Verfügung. Diese lassen sich nutzen, um bei bestimmten Unternehmen formell die Löschung deiner gespeicherten Daten zu beantragen.
Die langfristig wirkungsvollste Maßnahme bleibt jedoch schlichte Konsequenz. Trage eine wiederkehrende Erinnerung in deinen Kalender ein und erneuere die Datensperrung auf einschlägigen Portalen rechtzeitig, bevor die jeweilige Schutzfrist ausläuft.
