Warum sich das Sammeln von Regenwasser wirklich lohnt
Gerade in trockenen Sommermonaten ist eine gut gefüllte Regentonne buchstäblich Gold wert. Wer kein wertvolles Trinkwasser verschwenden möchte, kommt am Thema Regenwassernutzung kaum vorbei. Denn die meisten Pflanzen bevorzugen weiches Regenwasser gegenüber hartem, kalkhaltigem Leitungswasser.
Das Sammeln von Regenwasser klingt simpel – doch bei der Umsetzung schleichen sich erstaunlich oft Fehler ein, die nicht nur ärgerlich, sondern im schlimmsten Fall auch kostspielig werden. Mit den folgenden Hinweisen lassen sie sich ganz leicht umgehen.
Fehler Nr. 1: Die Regentonne ist zu klein gewählt
Viele Gartenbesitzerinnen und -besitzer unterschätzen schlicht, wie viel Wasser bei einem gewöhnlichen Regenschauer vom Dach abläuft. Wer zu einem zu kleinen Behälter greift, erlebt schnell, dass dieser randvoll ist – und das überschüssige Wasser unkontrolliert überläuft.
Die Folgen können unangenehm sein: Aufgeweichter Boden und im schlimmsten Fall Schäden am Hausfundament sind keine Seltenheit. Als Orientierungsgröße gilt: Eine Dachfläche von etwa 60 Quadratmetern kann bei durchschnittlichem Regenfall in Deutschland eine 300-Liter-Tonne problemlos füllen.
Fehler Nr. 2: Der Überlauf ist zu eng dimensioniert
Selbst wer die richtige Tonnengröße wählt, kann einen entscheidenden Punkt übersehen: den Überlauf. Ist dieser zu schmal, schafft er es bei starkem Regen schlicht nicht, das Wasser schnell genug abzuleiten.
Das Ergebnis ist das gleiche wie bei einem zu kleinen Behälter – das Wasser tritt oben aus. Der Überlauf sollte mindestens denselben Durchmesser haben wie das Zuflussrohr vom Fallrohr. Diese einfache Regel wird erstaunlich häufig ignoriert.
Fehler Nr. 3: Das überschüssige Wasser wird nicht gezielt abgeleitet
Wo soll das Wasser eigentlich hin, wenn die Tonne randvoll ist? Ein weit verbreiteter Fehler besteht darin, den Überlauf einfach neben der Tonne enden zu lassen. Das Wasser versickert dann unkontrolliert direkt am Behälter – und weicht den Boden auf.
Deutlich besser ist es, das Wasser gezielt weiterzuleiten. Bewährte Möglichkeiten sind ein Kiesbett, eine Sickergrube oder ein sogenannter Regengarten – also eine bepflanzte Versickerungsfläche. So schützen Sie den Boden und nutzen das Wasser gleichzeitig sinnvoll.
Fehler Nr. 4: Die Regentonne bleibt unbedeckt
Ein offener Wasserbehälter ist eine offene Einladung für Laub, Schmutz, Insekten und allerlei unerwünschte Gäste. Das Resultat: Das Wasser wird trüb, beginnt zu riechen, und es bilden sich Algen sowie Mückenlarven.
Eine gut passende Abdeckung schafft hier schnell und wirkungsvoll Abhilfe. Zusätzlich empfehlen sich Filtereinsätze und spezielle Mückenschutz-Tabs, die die Wasserqualität dauerhaft auf einem guten Niveau halten.
Wofür reicht eine volle Regentonne?
Als praktische Faustregel für die Bewässerung von Gemüse- oder Blumenbeeten im Hochsommer gilt: Rechnen Sie mit ungefähr 10 Litern pro Quadratmeter für eine gründliche Wässerung – je nach Pflanzenart kann das variieren.
Eine handelsübliche 200-Liter-Tonne reicht damit für eine einmalige, kräftige Bewässerung von rund 20 Quadratmetern. Bei einem größeren Garten sind selbst mehrere Tonnen in einer längeren Trockenperiode rasch aufgebraucht.
| Regentonnen-Größe | Geeignet für |
|---|---|
| 200 Liter | Kübelpflanzen (Balkon, Terrasse), kleine Beete |
| 300 bis 500 Liter | Mittelgroßer Garten, Gemüsebeete |
| 500 Liter und mehr | Große Grundstücke |
Fehler Nr. 5: Rechtliche Vorgaben werden übersehen
Eine gewöhnliche Regentonne aufzustellen ist in den meisten Fällen völlig unkompliziert und genehmigungsfrei. Anders sieht die Sache jedoch aus, wenn größere Anlagen geplant sind.
Wer eine unterirdische Zisterne oder einen großen Wassertank installieren möchte, sollte sich vorab unbedingt beim zuständigen Bauamt über die örtlichen Vorschriften informieren. Solche Anlagen können durchaus genehmigungspflichtig sein – und wer das ignoriert, riskiert im Nachhinein teuren Ärger.
