Trump warnt: Den Republikanern droht eine schwere Niederlage im November
In einem ausführlichen Interview hat Donald Trump deutlich angedeutet, dass die Republikanische Partei bei den Novemberwahlen eine vernichtende Niederlage erleiden könnte. Der Hauptgrund dafür sei seiner Meinung nach die tiefe Frustration der Bevölkerung gegenüber der Partei selbst — nicht gegenüber ihm persönlich.
Es ist kaum zu übersehen, wem der einflussreiche Politiker die Verantwortung für einen möglichen Stimmenverlust im Herbst zuschiebt. In einer rund dreißig Minuten langen Videobotschaft ging er ausführlich auf die bevorstehenden Kongresswahlen ein und übte dabei scharfe Kritik an seinen eigenen Parteikollegen.
Die Washingtoner Republikaner können im entscheidenden Moment an den Urnen nicht auf seine bedingungslose Unterstützung zählen.
„Die Wut der Wähler richtet sich nicht gegen mich“, betont Trump
Trump zufolge besteht ein ernstes Risiko, dass treue konservative Wähler im Herbst schlicht zuhause bleiben. Die Schuld dafür trage jedoch ausschließlich seine Partei — nicht er selbst. Der entscheidende Punkt dabei: Sein Name wird diesmal nicht auf dem Stimmzettel stehen.
Im Interview stellte er eine rhetorische Frage: Werden die Menschen wirklich zur Wahl gehen, wenn er nicht kandidiert? Er unterstrich dabei mit Nachdruck den grundlegenden Unterschied darin, wie die Öffentlichkeit die politischen Kräfte wahrnimmt.
Seine Botschaft ist unmissverständlich: Die Wähler hegen berechtigten Unmut gegenüber der Republikanischen Partei, ihm persönlich gegenüber jedoch keinerlei Groll.
Die Unterstützung für den Mehrheitsführer im Senat hängt am seidenen Faden
Während er jede Verantwortung für ein mögliches Wahldebakel vorsorglich von sich weist, erwägt Trump einen weiteren radikalen Schritt. Er könnte nämlich seine politische Unterstützung für den Wiederwahlkampf des amtierenden republikanischen Mehrheitsführers im Senat, John Thune, zurückziehen.
Im Mittelpunkt des Streits steht das als SAVE America Act bekannte Gesetz, das bislang blockiert ist. Dieser umstrittene Gesetzentwurf zielt darauf ab, die Ausweispflicht für Wähler zu verschärfen und den Nachweis der US-amerikanischen Staatsbürgerschaft flächendeckend vorzuschreiben. Kritiker sehen darin jedoch einen verschleierten Versuch, die Wahlbeteiligung gezielt zu unterdrücken.
Trump äußerte sich zur möglichen Wiederwahl von Thune nicht allzu eindeutig. Er merkte lediglich an, dass dieses Wahlgesetz von entscheidender Bedeutung sei und dass das Scheitern des Senators bei der Verabschiedung — trotz aufrichtiger Bemühungen — eine erhebliche Komplikation darstellen würde.
Eine überraschende Offenheit gegenüber einer Zusammenarbeit mit den Demokraten
Die Videobotschaft hielt noch eine völlig unerwartete Enthüllung bereit. Sollten die Republikaner die Kontrolle über den Senat, das Repräsentantenhaus oder gar über beide Kammern verlieren, würde sich ein ebenso pragmatisches wie unerwartetes Szenario ergeben.
Trump brachte nämlich die Möglichkeit einer politischen Zusammenarbeit mit dem demokratischen Fraktionsführer im Repräsentantenhaus, Hakeem Jeffries, ins Gespräch. Er beschrieb diesen bedeutenden Vertreter der Opposition als sympathische Persönlichkeit, mit der er kürzlich ein sehr produktives persönliches Treffen hatte.
Er zeigte sich sogar fest davon überzeugt, dass sie gemeinsam eine gemeinsame Grundlage finden und konkrete Vereinbarungen treffen könnten.
Bis zu den viel beobachteten Zwischenwahlen sind es noch weniger als drei Monate — und dennoch ist bereits deutlich zu erkennen, dass das harte strategische Spiel und die Bildung ungewöhnlicher Koalitionen quer durch das gesamte politische Spektrum längst in vollem Gange sind.
