Der Anwalt der Brüder Tate sprach nach der Anhörung in Miami über Trump und Rubio

Eine feurige Rede auf den Stufen des Gerichtsgebäudes

Komplexe Rechtsstreitigkeiten werden üblicherweise von vorsichtiger Rhetorik und sorgfältig vorbereiteten Presseerklärungen begleitet. Doch wenn das mediale Interesse außergewöhnliche Ausmaße annimmt, kann selbst eine schlichte Pressekonferenz vor einem Justizgebäude zu einem völlig unerwarteten Spektakel werden. Genau das geschah kürzlich vor einem Bundesgericht, wo ein Anwalt eine ungewöhnliche und überraschend aggressive Taktik wählte.

Die Spannung in Miami, Florida, stieg unmittelbar nach der Vertagung der Anhörung sprunghaft an. Vor den Anwesenden ergriff Anwalt Joseph McBride das Wort und startete eine leidenschaftliche Verteidigung seiner prominenten Mandanten: die umstrittenen Internetpersönlichkeiten Andrew und Tristan Tate. Das bekannte Duo befindet sich derzeit in Bundesuntersuchungshaft und kämpft entschieden gegen Auslieferungsversuche nach Großbritannien, wo es sich schwerwiegenden Vorwürfen stellen muss – darunter sexuelle Gewalt und Menschenhandel.

Dieser erfahrene Rechtsanwalt, der in der Vergangenheit auch einige der Angeklagten im Zusammenhang mit den Ausschreitungen am US-Kapitol vertreten hatte, zeigte sich während seines Auftritts absolut unnachgiebig. Er bestand nachdrücklich darauf, dass unwiderlegbare Beweise für die sofortige Freilassung beider Brüder vorlägen. Dann ging er noch einen Schritt weiter und drohte offen damit, die gesamte Angelegenheit auf höchste politische Ebene zu tragen, sollte das Urteil des Richters nicht zugunsten seiner Mandanten ausfallen.

„Falls wir verlieren sollten und der Richter beschließt, unsere überzeugenden Argumente zu ignorieren, werden wir sicherlich nicht tatenlos zusehen“, erklärte McBride mit entschlossenem Ton. Er stellte ebenso unmissverständlich klar, dass man sich bei einem ungünstigen Ausgang direkt an das Büro von Präsident Trump und Außenminister Marco Rubio wenden würde.

Die politische Karte als letzter Trumpf

Um diese ungewöhnliche Strategie vollständig zu verstehen, ist ein wichtiger rechtlicher Aspekt zu beachten: Die endgültige Genehmigung der Auslieferung eines amerikanischen Staatsbürgers ins Ausland erfordert stets die persönliche Unterschrift des Außenministers. Der Anwalt nutzte diesen gesetzlichen Umstand geschickt aus und würzte seine Ausführungen gegen die britischen Behörden mit gezielten Verweisen auf die amerikanische Kolonialgeschichte.

Der Vertreter der Brüder Tate erinnerte zwar an das langjährige historische Bündnis mit Großbritannien, ließ es sich jedoch nicht nehmen, mit beißender Ironie hinzuzufügen, dass eben jene Beziehung einst mit dem berühmten Akt begonnen hatte, britischen Tee ins Meer zu werfen. Seinen emotionalen Auftritt schloss er mit einem äußerst drastischen Ausdruck für das Inselkönigreich ab: „ein von Gott verlassenes Land“.

Das Weiße Haus hat es bislang abgelehnt, die Aussagen des Anwalts offiziell zu kommentieren. Unterdessen stehen die Ermittler des Vereinigten Königreichs unter Zeitdruck – sie haben nur noch bis Mitte September Zeit, dem US-Außenministerium sämtliche Unterlagen zur Unterstützung ihres Auslieferungsersuchens vorzulegen.

Beide Brüder beteuern nach wie vor ihre vollständige Unschuld und weisen alle gegen sie erhobenen Vorwürfe in den verschiedenen anhängigen Verfahren entschieden zurück. Vor ihrer Verhaftung in Florida hatten die amerikanischen Behörden das für sie geltende Reiseverbot vorübergehend aufgehoben, was dem Duo die Rückkehr aus Rumänien, wo sie ihren Wohnsitz hatten, in die Vereinigten Staaten ermöglichte.

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  • Katharina Vogel schreibt über Lifestyle, gesunde Gewohnheiten und kreative Ideen für den Alltag. Ihre Inhalte verbinden Inspiration mit praktischen Tipps für ein ausgewogenes Leben.

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