Trump behauptete, hart zu arbeiten – doch die Fakten sprechen für Golf

Eine kühne Aussage über unermüdlichen Arbeitseinsatz

Im heißen Wahlkampf lieben es Politiker, ihren Wählern zu versichern, wie viel sie persönlich opfern. Verpasste Familienabende, schlaflose Nächte – solche Geschichten gehören zum festen Repertoire politischer Selbstdarstellung.

Präsident Donald Trump trieb diese Erzählung auf die Spitze. In einem sonntäglichen Fernsehinterview prahlte er öffentlich damit, wie außergewöhnlich hart er für das Land arbeite.

Konkret behauptete er, vor den Wahlen im November 2024 auf seinen geliebten Sport verzichtet zu haben – und das für eine ungewöhnlich lange Zeit. „Ich habe kein Golf gespielt. Ich habe absolut nichts gemacht außer gearbeitet – 120 Tage lang“, erklärte er selbstsicher in die Kamera.

Auf den ersten Blick klingt das nach einem beeindruckenden Beleg politischer Hingabe. Doch diese packende Geschichte hat ein grundlegendes mathematisches Problem, das sich nicht einfach ignorieren lässt.

September und ein folgenreicher Tag auf dem Golfplatz

Die Realität sieht anders aus: Der Präsident schwang den Schläger tatsächlich noch rund 50 Tage vor der Wahl. Die historischen Aufzeichnungen zeigen genau, wo er sich am 15. September aufhielt.

An jenem Tag spielte er entspannt auf dem Trump International Golf Course in West Palm Beach – bis plötzlich das Chaos ausbrach. Diese sportliche Auszeit wurde weltweit bekannt, allerdings aus deutlich dunkleren und dramatischeren Gründen.

Geheimdienstagenten entdeckten einen bewaffneten Mann namens Ryan Routh in der Nähe des fünften Lochs. Was als ruhiger Nachmittag auf dem Green begann, verwandelte sich blitzschnell in einen vereitelten Attentatsversuch.

Der Angreifer wurde in diesem Jahr zu lebenslanger Haft verurteilt. Kaum jemand dürfte diesen dramatischen Nachmittag vergessen haben.

Sicherheit hatte Vorrang vor dem Sport

Dieser erschreckende Vorfall war bereits der zweite Anschlag auf seine Person innerhalb weniger Monate. Fragen der persönlichen Sicherheit rückten damit ganz oben auf die Prioritätenliste.

Da der Wahltag immer näher rückte, zwangen ihn diese realen Bedrohungen dazu, die Fairways vorerst hinter sich zu lassen. Die Pause ergab durchaus Sinn – auf einem weitläufigen, offenen Golfplatz ist lückenloser Personenschutz kaum zu gewährleisten.

Allerdings ist es ein erheblicher Unterschied, ob man eine sicherheitsbedingte Pause von fünfzig Tagen einlegt oder daraus 120 Tage unbeirrbare Arbeitsmoral macht. Die behauptete Zeitspanne weicht um mehr als zwei volle Monate von der Realität ab.

Die astronomischen Kosten unter der Lupe

Mittlerweile ist der Präsident längst wieder vollständig in seinen gewohnten Golf-Alltag zurückgekehrt. Seine Leidenschaft für den Sport stellt die amerikanischen Steuerzahler jedoch vor eine erhebliche finanzielle Belastung.

Unabhängige Beobachter, die Präsidentenbewegungen systematisch verfolgen, dokumentieren die genaue Häufigkeit seiner Clubbesuche. Seit Beginn seiner zweiten Amtszeit verbrachte er 125 von 589 Tagen auf dem Golfplatz.

Detaillierte Schätzungen zufolge haben diese sportlichen Aktivitäten die amerikanischen Steuerzahler bislang die schwindelerregende Summe von 175 Millionen Dollar gekostet.

Author

  • Katharina Vogel schreibt über Lifestyle, gesunde Gewohnheiten und kreative Ideen für den Alltag. Ihre Inhalte verbinden Inspiration mit praktischen Tipps für ein ausgewogenes Leben.

Scroll to Top