Eine verhängnisvolle Nacht in Paris
Wenn eine weltweit geliebte Persönlichkeit plötzlich aus dem Leben gerissen wird, fällt es der Gesellschaft oft schwer, die nüchterne Wahrheit zu akzeptieren. Untergrundgerüchte und waghalsige Theorien halten sich hartnäckig – selbst nach Jahrzehnten. Manchmal muss jemand, der in jener Nacht dabei war, die Dinge ein für alle Mal richtigstellen.
Beinahe drei Jahrzehnte sind vergangen seit jener rasenden, verzweifelten Fahrt durch die nächtlichen Straßen von Paris. Bei dem fürchterlichen Autounfall verlor Prinzessin Diana ihr Leben. Gemeinsam mit ihr starben tragischerweise auch ihr Begleiter Dodi Fayed und der Sicherheitschef Henri Paul.
Der luxuriöse Mercedes-Benz versuchte verzweifelt, die Paparazzi abzuschütteln – doch der Fahrer verlor plötzlich die Kontrolle und prallte mit voller Wucht gegen einen massiven Betonpfeiler. Nur eine einzige Person überlebte diesen verheerenden Aufprall.
Trevor Rees-Jones war in jener Nacht als persönlicher Leibwächter im Einsatz. Er überlebte den Zusammenstoß, doch sein persönliches Martyrium hatte gerade erst begonnen.
Erfundene Theorien und mediale Hysterie
Der Vater des verstorbenen Dodi, Mohamed Al Fayed, ergriff bald öffentlich das Wort und erhob erschütternde Anschuldigungen. Er behauptete, der tödliche Unfall sei in Wirklichkeit ein kaltblütig geplanter Mord gewesen. Seiner Darstellung zufolge soll der britische Geheimdienst dahinterstecken, mit dem Ziel, eine bevorstehende Hochzeit um jeden Preis zu verhindern.
Diese hartnäckigen Gerüchte rückten Rees-Jones unweigerlich in den Mittelpunkt der öffentlichen Aufmerksamkeit. Rasch verbreitete sich die Behauptung, der ehemalige Bodyguard simuliere seinen Gedächtnissverlust. Anhänger der Verschwörungstheorien spekulierten sogar, sein späterer Posten bei den Vereinten Nationen sei eine großzügige Belohnung für sein Schweigen gewesen.
All diese wilden Spekulationen wurden durch die umfangreiche offizielle Untersuchung von 2004, bekannt als Operation Paget, endgültig widerlegt. Die Ermittler entlasteten den Leibwächter vollständig von jedem Verdacht und kamen zu dem eindeutigen Schluss, dass es sich um einen Unfall von erschütternder Tragik gehandelt hatte.
Eine Last, die ein Leben lang bleibt
Der Überlebende selbst hat die gegen ihn kursierenden dunklen Verleumdungen stets mit aller Entschiedenheit zurückgewiesen. Bereits zu Beginn des neuen Jahrtausends hatte er seinen Standpunkt gegenüber dem gesamten medialen Zirkus unmissverständlich klargemacht.
Obwohl er Herrn Al Fayed persönlich keinen Groll hegte, war er der Meinung, dass sich ein trauernder Vater mit seinen überzogenen Angriffen und haltlosen Behauptungen lächerlich mache.
Trotz seines reinen Gewissens hat der unermessliche Verlust tiefe Spuren in ihm hinterlassen. Der Mann, der die Katastrophe überlebte, trägt ein schweres Gefühl des beruflichen Versagens mit sich.
Dabei handelt es sich nach eigenen Worten nicht um das klassische Überlebensschuldgefühl. Es geht ihm ausschließlich um seinen beruflichen Stolz. „Ich war dafür bezahlt, Dodi und seinen Gast zu schützen – doch beide starben, während ich im Dienst war. Das wird mich für den Rest meines Lebens belasten“, gestand er mit tiefer Betroffenheit.
Die Suche nach innerem Frieden
Die erschreckenden Erinnerungen an jene Nacht verfolgen auch andere Ersthelfer, die am Unfallort eintrafen. Der französische Feuerwehrmann Xavier Gourmelon, der zu den Ersten gehörte, die das zerstörte Fahrzeug erreichten, erkannte die schwer verletzte Prinzessin zunächst nicht einmal. Die letzten Worte, die sie gesprochen haben soll, bevor sie das Bewusstsein verlor, lauteten: „Oh mein Gott, was ist passiert?“
Diana ruht heute auf einer kleinen, abgelegenen Insel innerhalb des weitläufigen Anwesens Althorp. Ihr Gedenkort ist bewusst von dichten Baumkronen verborgen. Dieser stille Platz schenkt ihr im Tod jene Privatsphäre und Ruhe, die ihr in ihrem bewegten Leben nur in sehr geringem Maße vergönnt gewesen war.
