September ist zum Lieblingsmonat cleverer Reisender geworden
Die meisten von uns sind nach den Sommerferien längst wieder im Arbeitsalltag angekommen. Obwohl die klassischen Sommermonate nach wie vor die beliebteste Reisezeit für Familien bleiben, entscheiden sich immer mehr Menschen dafür, ihren Urlaub einfach auf September zu verschieben.
Der Grund dafür ist so simpel wie wirkungsvoll. Sobald die Schulglocken läuten, leeren sich internationale Flughäfen und begehrte Urlaubsorte spürbar. Wer die Freiheit hat, seinen Abreisetermin selbst zu wählen, kann einen verlängerten Sommer an Orten genießen, wo die Sonne noch angenehm wärmt.
Besonders in Südeuropa bleiben die klimatischen Bedingungen auch mit dem Voranschreiten des Herbstes nahezu ideal. Für aufmerksame Reisende bedeutet das eine ganze Reihe handfester Vorteile gegenüber der klassischen Hochsaison.
Das Phänomen Septemberurlaub bricht alle Rekorde
Die Organisation ABTA hat in ihrem aktuellen Branchenbericht Travel Trends 2026 ein massives Wachstum des Interesses an Herbsturlauben im Ausland festgestellt. Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache und offenbaren einen tiefgreifenden Wandel im Reiseverhalten.
Im Jahr 2023 gaben rund 17 Prozent der Befragten an, einen Urlaub im September zu planen. Im darauffolgenden Jahr stieg dieser Anteil auf 23 Prozent, und für 2025 prognostizieren Analysten bereits einen Wert von über 24 Prozent.
Dieses beschleunigte Wachstum spiegelt sich auch direkt in den Buchungszahlen wider. Die Reiseplattform eSky verzeichnet einen Jahresanstieg der September-Buchungen von bemerkenswerten 57 Prozent. Marcin Starkowski, PR-Manager des Unternehmens, erklärt, dass europäische Urlauber ihren Ansatz zu Reisen außerhalb der Saison grundlegend überdenken.
In der Tourismusbranche wird dieser Zeitraum unmittelbar vor oder nach dem sommerlichen Höhepunkt als „Shoulder Season“ bezeichnet. Er bringt nicht nur deutlich weniger Trubel mit sich, sondern in vielen Fällen auch drastisch reduzierte Reisekosten.
Südeuropa dominiert ohne Konkurrenz
Blickt man auf die konkreten Reiseziele, so behauptet sich Spanien als unangefochtene Nummer eins im Spätsommer und vereint 27,9 Prozent aller September-Buchungen auf sich. Das iberische Klima übt auf Europäer nach wie vor einen unwiderstehlichen Reiz aus.
Den zweiten Platz belegt Griechenland, das von 17 Prozent der Reisenden angesteuert wird. Die Top Fünf der begehrtesten Ziele vervollständigen Italien mit 10 Prozent, die Türkei mit 6,5 Prozent sowie Bulgarien, für das sich 6 Prozent der Herbsturlauber entscheiden.
Die Ersparnisse können beträchtlich sein
Ein Preisvergleich für Flüge ab Brüssel macht den deutlichen Kostenrückgang zwischen Juli und September sichtbar. Ein Flug nach Málaga etwa fällt von 278 Euro auf lediglich 148 Euro.
Die Verbindung in die spanische Hauptstadt Madrid verbilligt sich von 219 Euro auf 114 Euro. Den größten absoluten Preisunterschied weisen jedoch Flüge nach Asturien auf, wo der Preis von 299 Euro auf nur 106 Euro abstürzt.
Für Valencia fällt der Rückgang mit einem Preisgefälle von 241 Euro auf 217 Euro etwas moderater aus, doch der Abwärtstrend bleibt unverkennbar. Auch von anderen Abflughäfen aus können die genauen Werte variieren, aber dieses Muster deutlicher Preissenkungen zieht sich durch den gesamten Markt.
Kulturerlebnisse ganz ohne endlose Menschenmassen
Das herbstliche Spanien lockt nicht nur mit attraktiven Einsparungen und einem noch warmen Meer, sondern auch mit einzigartigen Kulturveranstaltungen. In Barcelona findet im September La Mercè statt, das größte Stadtfest der katalanischen Metropole, mit spektakulären Feuerwerken, berühmten Menschentürmen und prachtvollen Umzügen durch die Straßen.
Die nördliche Region Asturien zieht Besucher mit dem populären America Day an, der für seine aufwendig geschmückten Festwagen, lebhaften Prozessionen und Darbietungen traditioneller Volkskultur bekannt ist.
Wie Starkowski treffend zusammenfasst, ist es genau diese perfekte Kombination aus zuverlässig warmem Wetter, sehr erschwinglichen Preisen und dem Ausbleiben von Menschenmassen, die Südeuropa auch nach dem klassischen Sommerurlaub zu einem unwiderstehlichen Reiseziel macht. Den Urlaub in den Herbst zu verlegen erweist sich damit als eine Entscheidung, die rundum Sinn ergibt.
