Milliarden verschwendet für leere Zellen: Wohin fließt das öffentliche Geld?
Unabhängige Experten haben die Betriebskosten der amerikanischen Bundesabschiebezentren genauer unter die Lupe genommen – und die aktuellen Zahlen offenbaren eine erschreckende Realität. Jede Nacht bleiben Tausende von Haftplätzen unbelegt, während gewaltige Summen an Steuergeldern einfach verpuffen.
Die täglichen Gesamtausgaben für diese vollständig ungenutzten Kapazitäten überschreiten 1,2 Millionen US-Dollar. Möglich wird das durch sogenannte garantierte Mindestbelegungen, an die sich die Einwanderungsbehörde ICE vertraglich gebunden hat.
Was die Zahlen verraten – ein Bild, das schwer zu ignorieren ist
Eine detaillierte Auswertung der Daten, die am 20. Juli nach drei Monaten Funkstille veröffentlicht wurden, belegt klar: Der Staat zahlt schlicht für eine festgelegte Anzahl von Plätzen – unabhängig davon, ob diese tatsächlich belegt sind. Die konkreten Erkenntnisse im Überblick:
- Brachliegende Kapazitäten: In nur sieben ausgewählten Einrichtungen blieben zuletzt rund 8.200 vertraglich gebundene Haftplätze unbesetzt.
- Das extreme Beispiel in Texas: Besonders auffällig ist der Zeltkomlex Camp East Montana auf dem Militärstützpunkt Fort Bliss in El Paso. Obwohl Steuerzahler für 5.000 Plätze aufkommen, lag die tatsächliche nächtliche Belegung im laufenden Haushaltsjahr im Durchschnitt bei lediglich 2.025 Inhaftierten.
- Jährliche Verluste: Bei geschätzten Durchschnittskosten von 152 Dollar pro Person und Tag belaufen sich die jährlichen Ausgaben für diese leerstehenden Plätze auf knapp über 450 Millionen Dollar.
Private Gefängnisbetreiber erzielen Rekordgewinne
Während die Effizienz der öffentlichen Ausgaben berechtigte Fragen aufwirft, erleben die privaten Betreiber dieser Verträge goldene Zeiten. Ein besonders eindrucksvolles Beispiel ist der multinationale Konzern GEO Group, dessen Finanzergebnisse einen regelrechten Höhenflug erlebt haben.
Der Gewinn des Unternehmens schnellte von 32 Millionen Dollar im Vorjahr auf beeindruckende 254,4 Millionen Dollar im Jahr 2025. Diese Zahl macht unzweideutig deutlich, wie lukrativ das Geschäft mit garantierten Verträgen geworden ist.
Die Begeisterung über diese Zahlen ließ auch Firmengründer George Zoley offen erkennen. Bei einem kürzlichen strategischen Gespräch mit Investoren erklärte er, dieser Sprung entspreche dem größten Volumen an neu gewonnenen Verträgen in einem einzigen Jahr in der gesamten Unternehmensgeschichte.
Die Wiederaufnahme der Veröffentlichung dieser lange im Verborgenen gebliebenen Regierungsdokumente hat eine neue Welle kritischer Fragen ausgelöst. Sowohl Branchenexperten als auch die Öffentlichkeit beobachten nun gespannt, ob das System reformiert wird – oder ob öffentliche Gelder weiterhin in Tausende leere Betten fließen werden, die auf strukturell nachteiligen Vereinbarungen basieren.
