Eine Panne als Vorlage für einen Seitenhieb
Technik kann im ungünstigsten Moment versagen – doch der kanadische Premierminister Mark Carney ließ sich davon nicht aus der Ruhe bringen. Statt Verwirrung zu zeigen, nutzte er den Moment geschickt, um einen gezielten Stich gegen US-Präsident Donald Trump zu landen.
Bei einer wichtigen Pressekonferenz zur Wohnungspolitik in Toronto streikte der Teleprompter plötzlich mitten in seiner Rede. Carney machte eine kurze Pause – und verwandelte den peinlichen Moment in eine Bemerkung, die dem anwesenden Publikum ein Schmunzeln entlockte.
Die Anspielung auf einen bekannten Vorfall bei der UNO
Mit einem Lächeln erklärte Carney gegenüber den Journalisten, dass sein Redemanuskript soeben die digitale Unterstützung verloren habe. „Anders als bei einem gewissen Weltführer sehe ich dahinter jedoch keine Verschwörung“, fügte er hinzu.
Die clevere Anspielung bezog sich eindeutig auf ein Ereignis während der Sitzung der Generalversammlung der Vereinten Nationen im vergangenen Jahr. Damals hatte der amerikanische Präsident ähnliche Probleme erlebt – ein eingefrorener Text und eine außer Betrieb geratene Rolltreppe – und anschließend öffentlich eine offizielle Untersuchung des Vorfalls gefordert.
Beziehungen auf einem historischen Tiefpunkt
Dieser kleine verbale Schlagabtausch verdeutlicht das eisige Klima, das derzeit zwischen den beiden nordamerikanischen Nachbarn herrscht. Seit Donald Trump ins Weiße Haus zurückgekehrt ist, befinden sich die diplomatischen Beziehungen zwischen Ottawa und Washington in einer außergewöhnlich schwierigen Phase.
Die neue amerikanische Regierung hat umfangreiche Zölle auf kanadische Waren eingeführt. Die Lage hat sich durch wiederholte Aussagen aus Washington weiter zugespitzt – darunter die Idee, Kanada solle der einundfünfzigste Bundesstaat der USA werden.
Kanadas Antwort auf die Provokationen
Der kanadische Premierminister weist solche provokativen Vorstöße entschieden zurück. Er hat sich klar dazu bekannt, die aktuelle Handelspolitik Washingtons aktiv zu bekämpfen und angekündigt, die wirtschaftliche Abhängigkeit seines Landes vom mächtigen südlichen Nachbarn spürbar zu verringern.
Auf der internationalen Bühne warnt Carney außerdem eindringlich vor dem schrittweisen Abbau der regelbasierten Weltordnung, die über Jahrzehnte aufgebaut wurde.
Nach Ansicht des kanadischen Regierungschefs greifen die großen Weltmächte zunehmend auf das zurück, was er als „den Einsatz wirtschaftlicher Verflechtung als Waffe“ bezeichnet. In diplomatischen Kreisen wird diese Aussage weitgehend als direkte Reaktion auf den weltweiten Anstieg von Handelsbeschränkungen und Zöllen gewertet.
Weder das Büro des kanadischen Premierministers noch Vertreter des Weißen Hauses haben sich unmittelbar nach der Pressekonferenz zu dem Seitenhieb geäußert.
